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Titel

Inland

Originaltitel

Inland

Filmtyp

Langfilm

Herstellungsjahr

2019

Herkunftsländer

Österreich

Länge

01:33:33 (hh:mm:ss)

Sprachversion

deutsch

Sprache Ton

Regie

Ulli Gladik

DarstellerInnen

Dokumentarfilm - keine Angaben

Verleiher

Filmcasino & Polyfilm Betriebs GmbH

Inhalt

Die Regisseurin Ulli Gladik porträtiert in „Inland“ die Kellnerin des Espresso Florida in Ottakring, einen beamteten Mitarbeiter der MA 48 aus Favoriten und den arbeitslosen Bewohner einer Obdachlosenunterkunft. Was die drei verbindet ist ihre Überzeugung, dass es “die Ausländer” sind, die Schuld tragen an ihrem wachsenden Unbehagen mit den aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen. Dementsprechend wählen sie mittlerweile auch die Parteien, die auf dieses Thema setzen. Ulli Gladik hört geduldig zu und macht die Wünsche, Bedürfnisse und Enttäuschungen jener sichtbar, die – politisch links sozialisiert – mittlerweile alle rechts wählen. Sie begegnet ihren Protagonisten auf Augenhöhe und nimmt sie und ihre Sicht ernst, fragt aber auch nach und bringt behutsam andere politische Sichtweisen ins Spiel. Mit dieser Vorgangsweise gelingt es ihr immer wieder Erstaunliches zu Tage zu fördern.

Alterskennzeichnung

Die Kommission diskutierte, ob die teilweise erschreckend menschenfeindlichen Aussagen vor allem eines Protagonisten einen Einschränkungsgrund darstellen. Da diese jedoch (leider) alltäglich vorkommen und der Film insgesamt keinerlei belastende Gestaltungsmittel enthält, entschied sie letztlich mehrheitlich für eine uneingeschränkte Freigabe.

Positivkennzeichnung

”Inland” zeichnet ein so differenziertes wie spannendes Bild einer im Umbruch befindlichen Gesellschaft. Dass das gelingt, ist zu einem Gutteil den wirklich großartigen Protagonist/innen zu verdanken, die Ulli Gladik gefunden hat. Die Behutsamkeit, mit der sie Schicht für Schicht deren eigentliche Bedürfnisse freilegt, ermöglicht teilweise sehr überraschende Einblicke in ihre Geschichte(n). Sie nimmt sie ernst und trotzdem nicht alles, was sie von sich geben, unwidersprochen hin. Gerade weil sie ihnen stets auf Augenhöhe begegnet, können ihre sparsamen, aber damit wahrscheinlich umso wirkungsvolleren Einwürfe und Bemerkungen ihre volle Sprengkraft entfalten und regen damit auch uns Zuseher/innen zum Nachdenken an. ”Vielleicht”, sagt sie etwa an einer Stelle des Films sinngemäß, ”haben wir auch deshalb Probleme, weil wir in einer gespaltenen Gesellschaft leben, in der sich die eine Hälfte der Bevölkerung darauf konzentriert, Ausländer zu hassen, und die andere darauf, jene zu hassen, die Ausländer hassen. Und das verstellt den Blick auf die eigentlichen Bedürfnisse und verunmöglicht es gemeinsame Forderungen zu formulieren.” Die Subtilität, mit der die Regisseurin vorgeht, lässt aber auch viel offen und damit Platz dafür selbst zu reflektieren.
Die Kommission erkennt dem Film daher ein „Sehr empfehlenswert als gesellschaftspolitische Dokumentation für Jugendliche ab 14 Jahren“ zu.
Begleitmaterial zum Film: http://www.cineclass.at/Inland_info.html


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