Filmdatenbank der Jugendmedienkommission (JMK)

Details zu einem Film

Titel: Bruno - Der junge Kreisky

Originaltitel: Bruno - Der junge Kreisky
Filmtyp: Langfilm
Herstellungsjahr: 2025
Herkunftsländer: Österreich
Länge: 01:56:00 (hh:mm:ss)
Sprachversion: deutsch
Sprache Ton
Regie: Harald Sicheritz
DarstellerInnen: Nils Arztmann (Bruno), Lucas Englander (Rudolf Auherhahn), Theresa Martini (Rosa Jochmann), Soi Schüssler (Sissi), Maya Unger (Adele)
Verleiher: Alamode Filmdistribution GmbH

Inhalt: Wien, Anfang 1935. Der 24-jährige Jus-Student Bruno Kreisky wird in der elterlichen Wohnung von Staatspolizisten verhaftet. Was wirft man dem jungen Mann aus gutem Hause vor? Der Film nimmt uns mit in das Leben des nachmaligen SPÖ-Vorsitzenden (1967-1983) und Bundeskanzler (1970-1983). Ausgehend von 1935 und den folgenden 15 Monaten Untersuchungshaft werden in Rückblenden prägende Erlebnisse wie der Brand des Justizpalastes (15. Juli 1927), politische Diskussionen in der Sozialistischen Arbeiterjugend, die Ausschaltung des Parlamentes durch den christlich-sozialen Bundeskanzler Engelbert Dollfuß (4. März 1933), der Aufstand österreichischen Arbeiter im Februar 1934 und der Aufstieg der NSDAP gezeigt.

Alterskennzeichnung: Die 1920er und 1930er Jahre waren eine politisch turbulente und gewaltvolle Zeit. Die junge Republik hatte es nicht leicht, sie war voller politischer und wirtschaftlicher Krisen. Und doch gab es auch Menschen mit Hoffnung auf eine bessere Zukunft, vor allem für die Arbeiterschaft, das Proletariat. Der junge Kreisky war einer, der sein Leben und seine Freiheit diesem Befreiungskampf widmete. Es gibt in dem knapp zwei Stunden langen Film einige Bilder (eine Tote beim Justizpalastbrand, ein Toter im Februar 1934, Prügelfolter beim Verhör durch die Gestapo), die seitens des Jugendschutzes eine Einschränkung notwendig machen. Hilfreich für das bessere Verständnis wäre, wenn das Publikum (besonders das junge Publikum!) die Grundzüge der österreichischen Geschichte kennen würde. Die Kommission empfiehlt die Freigabe ab 12 Jahren, denn 12-Jährige sind schon in der Lage, die Gesamthandlung nachzuvollziehen und Spannungssequenzen auszuhalten. Wesentliches und Unwesentliches im Film werden erkannt, kompliziertere Gestaltungsmittel, z. B. Rückblenden, stellen kein Verstehenshindernis mehr dar.

Positivkennzeichnung: Der Film hält sich an Bruno Kreiskys Memoiren „Zwischen den Zeiten“ (1986). Ausstattung, Auswahl der Drehorte, Kostüme und schauspielerische Leistung (In Wien wird Wienerisch gesprochen!) sind überdurchschnittlich. Wie im Buch – das als vertiefende Grundlage Interessierten für noch besseres Verständnis ans Herz gelegt wird – wird man Zeuge, wie und warum der junge Kreisky eben NICHT die einfache und vorgezeichnete Mitgliedschaft und Mitarbeit bei den stark jüdisch geprägten sozialistischen Mittelschülern anstrebt, sondern ganz im Gegenteil, bei der Sozialistischen Arbeiterjugend, die in dieser Zeit ihrem Namen entsprach. Der Film ist sehr an Jugendlichkeit dran. Er ist politisch, ohne vordergründig einseitig parteipolitisch zu sein. Sehr empfehlenswert ab 14 Jahren als österreichische Politikerbiografie.

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