Filmdatenbank der Jugendmedienkommission (JMK)

Details zu einem Film

Titel: Militantropos

Originaltitel: Militantropos
Filmtyp: Langfilm
Herstellungsjahr: 2025
Herkunftsländer: Frankreich, Österreich, Ukraine
Länge: 01:51:04 (hh:mm:ss)
Sprachversion: OmU
Sprache Ton: Ukrainisch
Regie: Yelizaveta Smith, Alina Horlowa, Simon Mozgovyi
DarstellerInnen: Dokumentarfilm
Verleiher: Filmladen Filmverleih GmbH

Inhalt: Der Dokumentarfilm „Militantropos“ zeigt die unmittelbaren Auswirkungen des russischen Angriffs auf die Ukraine. Der Begriff „Militantropos“ bezeichnet dabei den Zustand der Menschen im Krieg. Sie versuchen sich, bestmöglich auf die Situation einzustellen. Dabei verändert sich ihr Alltag und ihr Wesen.
Menschen gehen weiterhin zur Arbeit, einige leben mittlerweile in zerbombten Gegenden. Die Bevölkerung wird evakuiert, junge Männer finden sich in Schützengräben wieder, mitten in der Stadt sind Gräberfelder entstanden. Neben einer Granate pflügt ein Bauer sein Feld. Eindringliche Bilder lassen das Überleben im Krieg erahnen.

Alterskennzeichnung: Der 111 Minuten lange Dokumentarfilm kommt völlig ohne Kommentar aus und ist durchgehend untertitelt. Damit Jugendliche das Gesehene entsprechend einordnen und verstehen können, braucht es ergänzenden, beigesteuerten Kontext zu den Hintergründen des Krieges.
Der Film ist durchgehend bedrückend. Durch die Unmittelbarkeit der Geschehnisse und das unkommentierte Eindringen in den Alltag der Menschen fehlt jede Distanz. Die Tonspur (Musik, Geräusche – Artilleriebeschuss, Luftangriff, Sirenen etc.) ist besonders eindringlich und verstärkt die präsentierten Aufnahmen.
Die Kommission hat sich für eine Freigabe ab 14 Jahren ausgesprochen.

Positivkennzeichnung: Bei dem Dokumentarfilm „Militantropos“ handelt es sich um eine beeindruckende Produktion, die unmittelbar und ungeschönt zeigt, welche Folgen der Krieg für jede und jeden Einzelnen hat. Die Menschen leben in einem permanenten Ausnahmezustand, ihr Leben ist permanent bedroht. Der Krieg ist überall sicht- und spürbar. Sorge, Verlust, Zerstörung und Verwüstung prägen den Alltag. Das Leben hat sich von einem Tag auf den anderen verändert: Studenten werden Soldaten, Kinder werden Waisen, direkt nach der Hochzeit zieht ein Mann an die Front. Frauen und Männer jeden Alters und mit ganz unterschiedlichen Hintergründen werden an der Waffe geschult. Menschen leben in Trümmern, Soldaten werden schwer verwundet. Die kollektive traumatische Kriegserfahrung wird auch für das Publikum ein Stück erfahrbar. Besonders eindringlich ist das Sounddesign vom ukrainischen Tonmeister Mykhailo Zakutskyi und dem österreichischen Komponisten Peter Kutin.
Es braucht für Jugendliche eine gut begleitete Heranführung an das Thema (Ukrainekrieg und seine Hintergründe). Sehr empfehlenswert ab 16 Jahren als aktuelle Dokumentation über den Kriegsalltag.

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