Filmdatenbank der Jugendmedienkommission (JMK)

Details zu einem Film

Titel: Marty Supreme

Originaltitel: Marty Supreme
Filmtyp: Langfilm
Herstellungsjahr: 2025
Herkunftsländer: Finnland, USA
Länge: 02:30:16 (hh:mm:ss)
Sprachversion: dt.synchr.
Sprache Ton
Regie: Josh Safdie
DarstellerInnen: Timothée Chalamet (Marty Mauser), Larry 'Ratso' Sloman (Murray Norkin), Mariann Tepedino (Mariann), Odessa A'zion (Rachel Mizler), Ralph Colucci (Lloyd), Gwyneth Paltrow (Kay Stone), Kevin O’Leary (Milton Rockwell), Tyler Okonma (Wally), Abel Ferrara (Ezra Mishkin), Fran Drescher (Rebecca Mauser), Sandra Bernhard (Judy), Spenser Granese (Clark), Philippe Petit (Brussels MC), Luke Manley (Dion Galanis), John Catsimatidis (Christopher Galanis)
Verleiher: Constantin Film

Inhalt: Im New York der 1950er arbeitet Marty Mauser als Verkäufer in einem Schuhgeschäft, während er nachts bei Tischtennisturnieren um Geld spielt und von Anerkennung als Sportler träumt. Sein Ehrgeiz bringt ihn bis nach London, wo er gegen internationale Gegner antritt, sich in glamouröse Gesellschaften schleicht und sich mit alten Bekanntschaften und neuen Rivalen verstrickt. Doch trotz großer Auftritte und persönlicher Exzesse bleibt die ersehnte Selbstverwirklichung aus, und der Film begleitet Marty auf einem wilden, chaotischen Weg zwischen Triumph, Scheitern und bitteren Verlusten.

Alterskennzeichnung: Der Film weist mit seiner Überlänge und untertitelten Passagen eine hohe Konzentrationsanforderung auf. Mehrere explizite Gewaltszenen, darunter ein offener Armbruch, Bedrohungen mit Stich- und Schusswaffen sowie ein Schusswechsel, sind deutlich inszeniert. Einige Konflikte werden unmittelbar körperlich ausgetragen. Gegen Ende wird eine schwangere Frau angeschossen.
Die Sprache ist häufig derb und enthält wiederholt sexuelle Konnotationen. Insgesamt dominiert eine menschenverachtende Moralvorstellung: Die zentralen Figuren handeln opportunistisch, Lügen und Betrügen, um Vorteile zu erlangen, und zeigen kaum Entwicklung oder Einsicht. Moralische Orientierungspunkte fehlen weitgehend.
Die Inszenierung arbeitet mit hoher Intensität. Das Sounddesign erzeugt über weite Strecken eine nervöse, druckvolle Atmosphäre, die das Publikum in ein permanentes Rennen gegen die Zeit hineinzieht. Entlastende Momente sind selten.
Das kurze Happy End relativiert die zuvor etablierten problematischen Haltungen kaum und lässt Zweifel an einer tatsächlichen Läuterung der Hauptfigur.
Die Kommission empfiehlt den Film ab 14 Jahren freizugeben.

Positivkennzeichnung: Die hohe Qualität in Inszenierung, Schauspiel, Ausstattung und der unkonventionellen Erzählweise heben den Film deutlich über den Durchschnitt. Ohne kritische Auseinandersetzung könnte die Figur des Marty jedoch als „cooles“ Vorbild missverstanden werden, da er Fehler primär strategisch eingesteht, um daraus erneut Vorteile zu ziehen.
Als Negativbeispiel und Metapher für einen von leeren Versprechen getriebenen Kapitalismus ohne ethische Grenzen eröffnet der Film vielfältige Interpretationsmöglichkeiten. Er stellt Fragen nach Ehrgeiz, Loyalität und der Bereitschaft, für eigene Träume moralische Grenzen zu überschreiten.
Der Film zeichnet eindrucksvoll eine Variante des „amerikanischen Traums“, in dem opportunistischer Narzissmus „Held/innen“ produziert, während andere im Schatten des Erfolgs blutend zurückbleiben.
Die Kommission sieht den Film als annehmbar ab 16 Jahren als Diskussionsfilm.

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