Filmdatenbank der Jugendmedienkommission (JMK)

Details zu einem Film

Titel: Der Magier im Kreml

Originaltitel: Le mage du Kremlin
Filmtyp: Langfilm
Herstellungsjahr: 2026
Herkunftsländer: Frankreich, USA
Länge: 02:26:01 (hh:mm:ss)
Sprachversion: dt.synchr.
Sprache Ton
Regie: Olivier Assayas
DarstellerInnen: Paul Dano (Vadim Baranov), Alicia Vikander (Ksenia), Tom Sturridge (Dmitri Sidorov), Will Keen (Boris Berezovsky), Jeffrey Wright (Rowland), Jude Law (Vladimir Putin)
Verleiher: Constantin Film

Inhalt: Im Jahr 2020 erzählt der mittlerweile zurückgezogen lebende Vadim Baranov dem US-Sachbuchautor Rowland von seinem Aufstieg zum einflussreichen Berater und Strippenzieher für Wladimir Putin. Während sich in den 1990er Jahren im Zuge des Zusammenbruchs der Sowjetunion eine Goldgräberstimmung nach Freiheit und ungeregelter Kapitalismus breitmacht, macht Baranov als Theatermacher und Gestalter von TV-Reality-Shows von sich reden. Ihm unterbreitet der einflussreiche TV-Mogul Boris Beresowski die Idee, mit ihm gemeinsam Wladimir Putin, den Direktor des Inlandgeheimdienstes FSB, als neuen starken Mann und Nachfolger für den schwerkranken Boris Jelzin aufzubauen. Putin denkt aber nicht daran, sich lenken zu lassen. Während Beresowski als Leiter des Staatsfunks bald den Hut nehmen muss und ins Exil im Ausland verbannt wird, versteht es Boris Baranov als akribischer Öffentlichkeitsarbeiter Putin in breiten Bevölkerungsschichten als durchschlagskräftigen Ministerpräsidenten und schließlich starken Mann Russlands zu etablieren. Oft nur in Hinterzimmern und Büros bringt Baranow kritische TV-Produzenten auf Linie, zimmert eine Strategie zur Unterwanderung des westlichen Internets zusammen oder erklärt dem ‚Zaren‘ hartnäckig den Wert symbolischer Gesten in der Öffentlichkeit …

Alterskennzeichnung: „Carlos – Der Schakal“ Regisseur Olivier Assayas überlanger und dialoglastiger Film verlangt den Zuseher/innen in seiner literarisch-philosophisch überhöhten Erzählstruktur nicht nur Sitzfleisch, sondern auch massig Gehirnschmalz ab, die Fülle von Informationen ein- und zuzuordnen. Vadim Boranov ist eine fiktionale Figur, die dem früheren Chefberater Putins, Wladislaw Surkow nachempfunden wurde. Ereignisse, wie die Sprengstoffanschläge auf Moskauer Wohnhäuser, der Zweite Tschetschenienkrieg 1999 oder die Annexion der Krim 2014, die in Schlaglichtern gezeigt werden, sind sehr wohl real und bedrücken umso mehr, wenn auch auf Archivaufnahmen zurückgegriffen wird, die etwa eine Mutter eines Seemannes zeigen, die die Untätigkeit der Behörden im Falle des gesunkenen Atom-U-Boots Kursk beklagt. Eine Distanzierung in dieser Welt steter Gewalt, Bedrohung und Intrigen ist kaum möglich. Drogen- und Nikotinmißbrauch vor allem bei Partyexzessen, ein stark entstelltes Opfer durch einen Autobomben-Anschlag und ein explizit gezeigter Kopfschuss veranlassten zudem die Kommission, den Film mehrheitlich mit „ab 14 Jahren“ einzustufen.

Positivkennzeichnung: Regisseur Olivier Assayas Film beruht auf dem gleichnamigen, mit dem französischen Literaturpreis ausgezeichneten, Debut-Roman des italienisch-schweizerischen Schriftstellers Guiliano da Empoli. In der geschickten Verzahnung von Fiktion und Wirklichkeit geht es nicht darum, Wladimir Putin als Monster darzustellen, sondern um das facettenreiche Aufzeigen, welche Stellschrauben der Macht es zu drehen bedurfte, um Russlands politisches System neu zu justieren und Putins Weg zur absoluten Macht nachvollziehbar zu machen. Die politischen Machenschaften, der Blick hinter die politischen Kulissen und die Rolle der Medien regen an, die Ereignisse zu hinterfragen. Die Kommission entschied das gesellschaftspolitische Drama als sehr empfehlenswert für junge Zuseher/innen ab 16 Jahren hervorzuheben.

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