Filmdatenbank der Jugendmedienkommission (JMK)

Details zu einem Film

Titel: Heimsuchung - Eine Jahrhundertgeschichte

Originaltitel: Heimsuchung - Eine Jahrhundertgeschichte
Filmtyp: Langfilm
Herstellungsjahr: 2026
Herkunftsländer: Deutschland
Länge: 02:00:37 (hh:mm:ss)
Sprachversion: deutsch
Sprache Ton: Deutsch
Regie: Volker Schlöndorff
DarstellerInnen: Martina Gedeck (Die Schriftstellerin), Lars Eidinger (Der Architekt), Susanne Wolff (Die Frau des Architekten), Ulrich Matthes (Der Tuchfabrikant), Detlev Buck (Der Schulze)
Verleiher: Filmladen Filmverleih GmbH

Inhalt: Zwei Häuser an einem See nahe Berlin bilden den Rahmen für mehrere Familienporträts, die sich über weite Teile des 20. Jahrhunderts erstrecken. Zu den Bewohnerinnen und Bewohnern zählen eine jüdische Familie, deren Mitglieder schließlich in ein Konzentrationslager deportiert werden, ein Architekt und seine Frau, die sich mit dem nationalsozialistischen Regime arrangieren, jedoch später an der DDR scheitern, sowie eine kommunistische Schriftstellerin und ihre Familie, die im Zuge der deutschen Wiedervereinigung ihr Zuhause verlieren.

Alterskennzeichnung: Bereits zu Beginn des Films wird eine junge Frau von ihrem Vater geschlagen und eingesperrt, weil sie unverheiratet schwanger ist. Schließlich geht sie in den See. Dabei bleibt offen, ob sie von ihrem Vater in den Tod getrieben wird oder selbst Suizid begeht.
Gegen Ende des Films nimmt sich eine ältere Frau im See das Leben, wobei sie ihren Tod bewusst und selbstbestimmt herbeiführen möchte.
In der Mitte des Films findet sich eine Szene, in der nicht eindeutig erkennbar ist, ob es sich um eine Vergewaltigung oder um einvernehmlichen Geschlechtsverkehr handelt. Diese Ambivalenz ist insbesondere im Hinblick auf ein jugendliches Publikum problematisch, da sie zu einer verharmlosenden Interpretation sexueller Gewalt führen könnte und den Eindruck erwecken könnte, Frauen würden eine Vergewaltigung letztlich als lustvoll empfinden.
Darüber hinaus zeigt der Film zahlreiche Beziehungskonflikte, Verlusterfahrungen, Kriegsbedrohungen sowie den Konsum von Alkohol und Zigaretten.
Entlastend wirkt der historische Abstand zu den dargestellten Ereignissen, der eine gewisse Distanzierung vom Geschehen ermöglicht. Zudem lässt die ruhige Erzählweise ausreichend Raum, um die belastenden Inhalte zu verarbeiten.
Die Kommission empfiehlt daher einstimmig eine Freigabe ab 14 Jahren. Ab diesem Alter ist davon auszugehen, dass Jugendliche ausreichend Distanz zum Gezeigten entwickeln und die dargestellten Ereignisse entsprechend einordnen können.

Positivkennzeichnung: Die Literaturverfilmung zeichnet ein vielschichtiges Bild des Lebens in Deutschland von den 1920er-Jahren über die Zeit des Nationalsozialismus und den Zweiten Weltkrieg bis in die DDR und die Jahre nach der Wiedervereinigung. Dabei werden unterschiedliche historische und gesellschaftliche Bedingungen beleuchtet, zugleich aber auch wiederkehrende menschliche Erfahrungen und Konflikte sichtbar. Darüber hinaus eröffnet der Film interessante Einblicke in die Entwicklung verschiedener Familien über mehrere Generationen hinweg.
Dies alles sieht die Kommission als empfehlenswert für ein jugendliches Publikum an. Allerdings ist die ruhige Erzählweise nur bedingt dazu geeignet, ein breites junges Publikum anzusprechen und dauerhaft zu fesseln. Die Kommission stuft das Werk daher als annehmbar als Generationenporträt ab 14 Jahren ein.

<< Zurück zu den Suchergebnissen