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Titel

Das weiße Band

Originaltitel

Das weiße Band

Filmtyp

Langfilm

Herstellungsjahr

2009

Herkunftsländer

Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich

Länge

02:23:34 (hh:mm:ss)

Sprachversion

deutsch

Sprache Ton

Regie

Michael Haneke

DarstellerInnen

Christian Friedel (Der Lehrer), Ernst Jacobi (die Stimme des alten Lehrers), Leonie Benesch (Eva), Ulrich Tukur (Der Gutsherr), Ursina Lardi (Frau des Gutsherrn), Fion MutertT (Sigi, der älteste Sohn des Gutsherrn), Michael Kranz (Der Hauslehrer), Burghart Klaußner (Pfarrer), Steffi Kühnert (Frau des Pfarrers), Maria-Victoria Dragus (Klara, Tochter des Pfarrers), Leonard Proxauf (Martin, Sohn des Pfarrers), Thibault Serie (Gustl, der kleine Bruder), Josef Bierbichler (Verwalter), Enno Trebs

Verleiher

Filmladen Filmverleih GmbH

Inhalt

Ein Dorf in Norddeutschland am Vorabend des Ersten Weltkriegs, der Ort der Handlung des Films, bildet als sozialer Mikrokosmos gewissermaßen die gesellschaftliche Wirklichkeit der damaligen Zeit mit allen ihren Verwerfungen und gesellschaftlichen Spannungen ab. Die handelnden Personen und vor allem die Dorfkinder gruppieren sich um den jungen Dorflehrer. Die Kinder sind Töchter und Söhne des Gutsherrnpaares, des Gutsverwalterpaares, des lutherischen Pfarrers, des Arztes, der Hebamme und der Bauern. Im Verlaufe nur eines einzigen Jahres passieren aber seltsame und schreckliche Unfälle, die auch die relativ spät eingeschaltete Kriminalpolizei nicht aufklären kann. Die Kinder scheinen darüber mehr zu wissen, als sie sagen. Handelte es sich bei den vermeintlichen Unfällen am Ende gar um Akte von Revanche oder Bestrafung? Am Schluss raunen sich jedenfalls die Erwachsenen allerhand wilde Gerüchte zu, in denen auch von Ehebruch, Abtreibung, ja sogar von Gattenmord die Rede ist. Plötzlich macht jedoch die Kunde von der Ermordung des österreichischen Thronfolgers in Sarajevo die Runde und im Dorf verbreitet sich die Ahnung, dass ein Krieg unmittelbar bevorsteht.

Alterskennzeichnung

Die in schwarz/weiß gehaltenen Bilder des österreichischen Kameramannes Christian Berger vermitteln ganz die von der Regie gewollte Stimmung von latenter Gewalt und Angst. Wenn Kinder von ihren Eltern durch überharte Erziehungsmaßnahmen drangsaliert werden, wenn weiters Kinder plötzlich verschwinden oder mit schweren Verletzungen im Wald aufgefunden werden, wenn ein Mädchen vom eigenen Vater missbraucht wird oder wenn sich ein Bauer aus Verzweiflung erhängt, dann sind dies jedenfalls Inhalte, die von kleineren Kindern nur schwer verarbeitet werden könnten. Aus diesen Gründen wurde auf eine Freigabe ab 12. Lebensjahr entschieden.

Positivkennzeichnung

Der wie eine äußerst sensible Literaturverfilmung anmutende Film (in Wahrheit stammen Stoff und Drehbuch von Regisseur Michael Haneke) zeichnet das realistische Bild einer Welt, die von religiösem Rigorismus, von scheinbar gönnerhafter, doch gleichzeitig geringschätziger Behandlung der Taglöhner und Bauern, von nahezu sadistischer elterlicher Gewalt sowie von Lieblosigkeit und sexueller Ausbeutung geprägt ist. In dieser Welt können sich die Kinder kaum gegen die Gewalt der Erwachsenen wehren, geschweige denn sich frei entfalten und es lässt sich daher bereits im Voraus ahnen, dass diese Kinder, wenn sie einmal halbwegs erwachsen geworden sind, ihrerseits den auf sie in der Kindheit ausgeübten Druck womöglich an Unschuldige weitergeben werden. So ist "eine deutsche Kindergeschichte", wie der Film im Untertitel heißt, auch als beklemmende Analyse von Ursachen der Entstehung faschistoider Einstellungen aufzufassen. Somit: Sehr empfehlenswert als Gesellschaftsdrama (ab 14 Jahren).


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