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Titel

Darwin's Nightmare

Originaltitel

Darwin's Nightmare

Filmtyp

Langfilm

Herstellungsjahr

2004

Herkunftsländer

Belgien, Frankreich, Österreich

Länge

01:51:28 (hh:mm:ss)

Sprachversion

OmU

Sprache Ton

Regie

Hubert Sauper

DarstellerInnen

Diverse Interviewpartner vor Ort - keine genaueren Angaben erhältlich!

Verleiher

Filmladen

Inhalt

In den sechziger Jahren wurde der Nilbarsch im Victoriasee in Tansania ausgesetzt. Dieser Raubfisch hat in kürzester Zeit den artenreichen Fischbestand dieses größten tropischen Sees dezimiert. Das ökologische Gleichgewicht ist mittlerweile nachhaltig gestört. Da sich diese Fischart extrem vermehrt hat, führte dies zum Aufbau einer Industrie, die den Fisch bzw. dessen Filets weltweit exportiert. Trotzdem ist dieser für die Einheimischen zu teuer und so bleiben ihnen nur die Reste: Fischköpfe und Gräten. Obwohl täglich Tonnen der Nilbarsch-Filets exportiert werden, haben sich die Lebensbedingungen für die Bewohner radikal verschlechtert. Einerseits ein wirtschaftlicher Erfolg, bleibt in diesem von Kriegen, Aids und anderen Seuchen gezeichneten Land für die ansässige Bevölkerung vom Ertrag kaum etwas übrig. Mit den Frachtflugzeugen wird nicht nur der Fisch in westliche Industrieländer exportiert. Es stellt sich heraus, dass auch Waffen importiert werden - was den Ertrag der Unternehmer steigert. Der Flughafen dient als beliebte Drehscheibe für Transport in die Krisengebiete Afrikas. In Interviews und in Form von Statements kommen Fischer, Prostituierte, Straßenkinder, Piloten der Frachtmaschinen, der Leiter einer Fischfabrik, etc. zu Wort und hinterlassen ein bedrückendes, realitätsnahes Bild der tragischen Gegebenheiten.

Alterskennzeichnung

Abgesehen von einigen Szenen, in denen Prostituierte zu Wort kommen, einer kurzen Szene mit einer Schlägerei zwischen Straßenkindern und deren Drogenkonsum (Leimschnüffeln), konnten kaum belastende Inhalte festgestellt werden. Die authentischen Bilder, welche einen Einblick in die Lebenssituation der Einwohner bieten, lassen sich am ehesten mit bekannten Darstellungen in Nachrichtensendungen vergleichen. Da der Film in Originalsprache mit Untertiteln arbeitet und aus den bereits angeführten Gründen wird eine Altersfreigabe ab dem 10. Lebensjahr empfohlen, wobei erwachsene Begleitpersonen die teilweise schockierenden Inhalte mit Kindern jedenfalls diskutieren sollten, um diesen die Möglichkeit einer adäquaten Aufarbeitung zu bieten.

Positivkennzeichnung

Hubert Sauper gelingt es mit dieser Dokumentation ein authentisches Bild von den Mechanismen der Ausbeutung zu zeichnen, wie sie weltweit vergleichbar zu finden sind. Die Wechselwirkungen einer globalen Ökonomie werden aufgezeigt. Es wird demonstriert, dass von dem wirtschaftlichen Erfolg nur wenige profitieren, während Prostitution und Drogenkonsum auf den Straßen immer mehr zunehmen. Weiters wird der Waffentransport thematisiert. Der Film, welcher bereits zahlreiche internationale Preise erhielt, kommt ohne weiterführende Kommentare aus. Die vorkommenden Personen sprechen über ihre Erfahrungen, Meinungen, die Hintergründe für ihre Lebensführung und ihre Perspektiven. Aus den angeführten Gründen kann dieser Dokumentarfilm zur Diskussion über Zusammenhänge zwischen ökologischen und entwicklungs- bzw. wirtschaftspolitischen Fragen am Beispiel Zentralafrika ab 12 Jahren empfohlen werden.


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