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Titel

Dreiviertelmond

Originaltitel

Dreiviertelmond

Filmtyp

Langfilm

Herstellungsjahr

2011

Herkunftsländer

Deutschland

Länge

01:34:31 (hh:mm:ss)

Sprachversion

Sprache Ton

Regie

Christian Zübert

DarstellerInnen

Elmar Wepper (Hartmut Mackowiak), Mercan-Fatima Türköglu (Hayat), Ivan Anderson (Gülen, Hayats Mutter), Katja Rupé (Christa Mackowiak), Marie Leuenberger (Verena Mackowiak), Özay Fecht (Nezahat, Hayats Großmutter), Bernd Regenauer (Karl-Heinz), Stefan Kügel (Bertl), Ercan Karacayli (Izmir), Albert Kitzl (Herr Arslan), Andreas Leopold Schadt (Reinhard), Gabi Geist

Verleiher

Filmladen Filmverleih GmbH

Inhalt

Helmut Mackowiak, Taxifahrer in Nürnberg, wird nach 30 Jahren von seiner Frau verlassen. Da nerven den wortkargen Eigenbrötler seine Mitmenschen gleich noch mehr als sonst. Nicht besonders freundlich reagiert er dann auch, als eine junge Türkin mit ihrer Tochter in sein Taxi steigt.
Später am selben Tag treffen Helmut und die kleine Hayat wieder aufeinander. Solange ihre Mutter außerhalb der Stadt arbeitet, sollte das Mädchen bei ihrer Großmutter bleiben, diese fällt allerdings kurz nach Hayats Ankunft ins Koma. Die Sechsjährige, die nur Türkisch spricht, wird vergessen. Vor dem Krankenhaus trifft sie ausgerechnet auf Helmut und ist von nun an nicht mehr aus seinem Taxi zu bekommen. Letztlich beschließt Helmut, der Kleinen zu helfen, wobei es nicht nur die Sprachbarriere zu überwinden gilt…

Alterskennzeichnung

Der gesamte Film ist geprägt von einer melancholischen Grundstimmung. Diese wird verstärkt durch die Tonebene. Wenige entlastende Szenen durchbrechen die traurige Atmosphäre.
Im Verlauf der Handlung erfährt die Traurigkeit sogar eine Steigerung: es kommt tatsächlich zur Scheidung, die Großmutter stirbt.
Belastende Elemente: Schreckmomente wie ein Auto-Crash, Koma und Tod der Oma, Alleinsein des Mannes, Alleinsein des Kindes (das zudem eine Identifikationsfigur für Kinder darstellt), das für das Kind nicht wirklich gute Ende bzw. ein Ende des Films, das für die Jüngsten insgesamt eher offen als positiv erscheinen könnte. Die Entwicklungsgeschichte des Protagonisten, eines über 60-jährigen verzweifelten Mannes, wird zwar behutsam erzählt, aber seine emotionale Armut und Depression könnten für die Allerjüngsten verwirrend wirken und für sie eine Überforderung bedeuten:
freigegeben ab 6 Jahren.

Positivkennzeichnung

Positiv anzumerken sind nach Auffassung der Kommission die herausragenden schauspielerischen Leistungen von Elmar Wepper als Taxifahrer und der zum Zeitpunkt des Drehs 6 Jahre jungen Mercan Türkoglu als Hayat. Glaubhaft und in schönen Bildern wird diese Entwicklungsgeschichte des mürrischen Taxifahrers erzählt, der langsam – nicht zuletzt durch das kleine Mädchen – hinter seinem Panzer aus Misstrauen, Skepsis, Vorurteilen und Xenophobie hervorkommt und seine Lebensfreude wiederfindet.
Einfühlsam auch dargestellt die Beziehung des ungleichen Gespanns, des älteren, verbitterten Nürnbergers und des türkischen Mädchens, des Aufeinanderprallens zweier Kulturen, Sprachen, Generationen. Wobei Klischees von Drehbuchautor und Regisseur Christian Zübert (seine türkische Frau arbeitete am Drebuch mit) gekonnt thematisiert und demontiert werden. Einige skurrile Situationen verleiten zu einem berührten Schmunzeln.
Vordergründig sind Jugendliche zwar nicht Zielpublikum dieses Films, aber schließlich befand die Kommission, dass auch Jugendliche durchaus an den gezeigten Emotionen anknüpfen und diese nachvollziehen können: empfehlenswert als Tragikomödie ab 14 Jahren.


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