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Titel

Von jetzt an kein Zurück

Originaltitel

Von jetzt an kein Zurück

Filmtyp

Langfilm

Herstellungsjahr

2014

Herkunftsländer

Deutschland

Länge

01:49:07 (hh:mm:ss)

Sprachversion

deutsch

Sprache Ton

Regie

Christian Frosch

DarstellerInnen

Victoria Schulz (Ruby), Anton Spieker (Martin), Ben Becker (Rubys Vater), Ursula Ofner (Rubys Mutter), Thorsten Merten (Martins Vater), Helga Boettiger (Omi), Tillo Hillebrand (Harry), Ivo Kortlang (Xaver), Michael Prelle (Direktor Newald), Kirsten Hildisch (Deutschlehrerin)

Verleiher

Filmladen

Inhalt

Deutschland 1968. Rosemarie, die sich selbst Ruby nennt, ist ein Gesangstalent. Ihr strenger Vater duldet aber nicht, dass sie Rockmusik hört, Miniröcke trägt und ausgeht. Auch ihre Liebe zu Martin ist ihm ein Dorn im Auge. Der schriftstellerisch begabte Martin, der mit seinem vom Krieg traumatisierten Vater und seiner Großmutter zusammenlebt, wird wegen Ruby von seinem Gymnasium verwiesen. Gemeinsam wollen die beiden aus ihrem Alltag ausbrechen und in Berlin untertauchen, doch weit kommen sie nicht. Ruby wird von ihren Eltern zu den – ihrem Namen nicht gerecht werdenden – „Barmherzigen Schwestern“ ins Heim gegeben und Martin landet im berüchtigten Erziehungsheim der Diakonie in Freistatt. Beide müssen darum kämpfen, sich dort nicht gänzlich brechen zu lassen.

Alterskennzeichnung

Die Situation für die beiden jugendlichen Hauptfiguren ist durchgängig belastend und es entsteht der Eindruck, dass jeden Moment etwas Schreckliches passieren könnte. So wird eine fast unerträgliche Spannung erzeugt, die auch die Ohnmacht der Protagonist/innen deutlich macht. Die physische (Schläge, Jungfrau-Untersuchung, Zwangsernährung, Fesseln/Folter usw.) und psychische (Gefühlskälte, Erniedrigungen, Mobbing usw.) Gewalt, die ihnen seitens der Erwachsenen bzw. von Heim-Kolleg/innen zugefügt wird, wird geradezu körperlich spürbar. Weitere Einschränkungsgründe waren Themen wie Abtreibung oder Bulimie sowie der häufige Konsum von Zigaretten bzw. Alkohol und einige sprachliche Elemente („freigegeben ab 14 Jahren“).

Positivkennzeichnung

Die Schicksale von Kindern und Jugendlichen, die in Heimen aufwachsen mussten und dort häufig seelisch gebrochen bzw. traumatisiert wurden, sind in den letzten Jahren – ebenso wie das Thema Heimerziehung an sich – viel diskutiert worden. Am Beispiel von zwei unangepassten Freigeistern, deren Hoffnungen und Träume jäh zerbrechen, zeigt der Film höchst eindringlich, wie dieses System, das mit der damaligen gesellschaftlichen Situation in unmittelbarem Zusammenhang steht, funktioniert hat. Auch der Generationenkonflikt zwischen den Jugendlichen und den vom Zweiten Weltkrieg bzw. der Nachkriegszeit geprägten Eltern und Pädagog/innen wird thematisiert. Formal in strengem Schwarz-Weiß gehalten (mit Ausnahme jener Szenen, die 1977 spielen) überzeugt der Film auch hinsichtlich Kamera, Schnitt und Ton völlig. Die herausragenden Darsteller/innen sorgen ebenfalls dafür, dass man sich der Intensität dieses Films nicht entziehen kann („sehr empfehlenswert als Tragödie ab 16 Jahren“).


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