Filmdatenbank der Jugendmedienkommission (JMK)

Details zu einem Film

Titel: Porträt einer jungen Frau in Flammen

Originaltitel: Portrait de la jeune Fille en Feu
Filmtyp: Langfilm
Herstellungsjahr: 2019
Herkunftsländer: Frankreich
Länge: 02:01:30 (hh:mm:ss)
Sprachversion: dt.synchr.
Sprache Ton
Regie: Céline Sciamma
DarstellerInnen: Noémie Merlant (Marianne), Adèle Haenel (Héloise), Luàna Bajrami (Sophie), Valeria Golino (die Herzogin), Christel Baras, Armande Boulanger, Guy Delamarche, Clément Bouyssou
Verleiher: Filmladen Filmverleih GmbH

Inhalt: Frankreich 1770: Héloïse soll verheiratet werden und der in der Ferne weilende Bräutigam möchte vor der Vermählung ein Porträt von ihr erhalten. Doch Héloïse will nicht heiraten und verweigert daher, Modell zu sitzen. Da ersinnt ihre Mutter eine List. Sie stellt Marianne für eine Woche als Gesellschafterin ihrer Tochter an. Marianne aber ist Malerin und hat den Auftrag, Héloïse gut zu studieren und im Geheimen zu malen.
So verbringen Héloïse und Marianne viel Zeit miteinander, in der sich eine immer intensivere Beziehung zwischen den beiden entwickelt, bis sie einander schließlich ihre Liebe gestehen …

Alterskennzeichnung: Der Film behandelt Themen wie Abtreibung und Selbstmord in einer Art und Weise, die Kinder nicht nachvollziehen können und die sie daher auch nicht belasten. Dasselbe gilt für die intensiven Emotionen der Figuren, die sich meist nur sehr diskret äußern.
Aus Sicht der Kommission bleiben daher neben der Länge von zwei Stunden nur kurze Schreckmomente zu diskutieren, die für die Allerjüngsten belastend sein könnten: Ein Sprung ins bewegte Meerwasser, eine geisterhafte Erscheinung, ein brennendes Kleid. Die Kommission entscheidet daher auf eine Freigabeempfehlung ab 6 Jahren. Ab diesem Alter sind die eben genannten Belastungen gut auszuhalten.

Positivkennzeichnung: Die Regisseurin Céline Sciamma hat bislang Filme mit Kindern und Jugendlichen gedreht, die Themen wie Geschlechteridentität und gleichgeschlechtliche Liebe auf sehr behutsame Weise behandelt haben. Ebenso behutsam zeichnet sie hier das Entflammen der Liebe zwischen ihren erwachsenen Protagonistinnen und wie diese mit ihrer Erfahrung umgehen. Die Themen „Liebe“, „erste Liebe“, „verbotene Liebe“ und „Liebe mit Aussicht auf baldige, ewige Trennung“ sind Jugendlichen wohl nicht fremd. Dass es hier um zwei Frauen geht statt wie klassisch um Mann und Frau, wird für viele Zusehende eine neue Facette zu diesem Thema darstellen. Ebenso sind die Einblicke in die Lebensrealität von Frauen im 19. Jahrhundert horizonterweiternd.
Allerdings wendet sich der Film an ein interessiertes Publikum, das sich an einer langsamen Inszenierung nicht stört und das genau hinzusehen vermag. Wegen dieser Einschränkung wählt die Kommission nur die niedrigste Empfehlungsstufe und spricht ein Annehmbar ab 14 Jahren als Liebesdrama aus.

<< Zurück zu den Suchergebnissen