Titel: Himbeeren mit Senf Originaltitel: Himbeeren mit Senf Filmtyp: LangfilmHerstellungsjahr: 2021Herkunftsländer: Deutschland, Luxemburg, Niederlande, SchweizLänge: 01:28:13 (hh:mm:ss)Sprachversion: deutschSprache Ton: Regie: Ruth Olshan DarstellerInnen: Luc Schiltz (Vater Ernst), Fabienne Elaine Hollwege (Charlotte), Leni Deschner (Meeri Ehrlich), Benedikt Jenke (Luk), Ben Bernar (Matti), Sophie Zeniti (Klara), Jonas Kaufmann (Rocco), Inge Maux (Grete), Anouk Wagener (Franziska), Nora Koenig (Mutter von Matti & Rocco), Nickel Bösenberg (Vater von Matti & Rocco), Nilton Martins (Priester), Niharica Raizada (Junge Ehefrau), Konstantin Rommelfangen (Junger Ehemann), Oliver Stokowski Verleiher: Einhorn FilmInhalt: Meeri ist 13 Jahre alt und das erste Mal Hals über Kopf verliebt. Wenn sie an ihren Schwarm denkt, beginnt sie zu fliegen. Aber es gibt auch Dinge, die sie auf den Boden zurückholen. Ihr Vater sucht eine neue Beziehung, nachdem Meeris Mutter gestorben ist, und ihr bester Freund sieht sie plötzlich mit anderen Augen an.Meeris Bruder Luk hat währenddessen Probleme mit Schul-Bullies und dass ihr Vater Bestatter von Beruf ist, macht auch immer wieder Stress mit Gleichaltrigen ...Alterskennzeichnung: Obwohl der Beruf des Vaters mit sich bringt, dass man Leichen sieht, wird so authentisch und unaufgeregt damit umgegangen, dass keine Belastung für junge Zuseher/innen zu erwarten ist. Meeri legt regelmäßig Briefe an ihre Mutter in die Särge, um ihr von ihren Liebeswirren zu berichten. Oft erscheint der Film überhöht und kindlich naiv, sodass schwere Themen mundgerecht aufbereitet werden.Religion, Kirche, Genderfragen, Traditionen und Rituale und allen voran die Liebe werden aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet und nachvollziehbar verarbeitet, ohne je von oben herab zu predigen.Alle Aktionen bringen Konsequenzen: Seien es verstohlene Schlucke von einem Likör, die in Kopfweh und Bettruhe enden, ein Sprung von einem Wasserdamm, der einen verstauchten Fuß zur Folge hat, oder Wut, die Konflikte in die Familie bringt.Alles geht aber gut aus und man lernt, dass das Leben zwar dunkle Momente mit sich bringt, man aber immer wieder lachen wird und „es die Liebe immer geben wird“.Die Kommission empfiehlt einstimmig den Film ab 6 Jahren freizugeben. Positivkennzeichnung: Der gewöhnungsbedürftige Rhythmus und Stil des Films zieht einen mit Fortdauer in seinen Bann. Nachvollziehbar sieht man Probleme aus dem Alltag, Krisen in der Familie und im Freundeskreis – oft werden diese Konflikte durch Dialoge gelöst.In sich stimmig, oft poetisch, fliegt Meeri von einem magischen Moment zum nächsten, fühlt sich manchmal überfordert, agiert überstürzt und muss ihren Weg im jugendlichen Leben finden.Alle Figuren gehen ihre individuellen Entwicklungen durch und weit weg von herkömmlichen Filmklischees trifft man sich oft in der Mitte, entschuldigt sich oder schafft gemeinsam, was alleine nicht machbar ist.Ein außergewöhnlicher Film, der einem ans Herz wächst und trotz seiner filmischen Überhöhungen ganz nah am echten Leben ist.Die Kommission sieht den Film einstimmig als Empfehlenswert ab 10 Jahren als Jugendfilm.
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