Filmdatenbank der Jugendmedienkommission (JMK)

Details zu einem Film

Titel: Austroschwarz

Originaltitel: Austroschwarz
Filmtyp: Langfilm
Herstellungsjahr: 2025
Herkunftsländer: Österreich
Länge: 01:39:37 (hh:mm:ss)
Sprachversion: deutsch
Sprache Ton: 
Regie: Mwita Mataro, Helmut Karner
DarstellerInnen: Dokumentarfilm mit Mwita Mataro; Protagonist/innen: Marie-Edwige Hartig (Aktivistin, Pädagogin, ehem. Politikerin), Sophie Kele (ADOE-Mitbegründerin), John Mataro (Hotel- und Tourismusfachmann, Mwitas Vater), Faika El-Nagashi (Nationalratsabgeordnete a.D.), Gracia Ndona (ADOE-Mitbegründerin), Mireille Ngosso (Allgemeinmedizinerin, frühere Abgeordnete zum Wiener Landtag), Fred Ohenhen (Pädagoge und Aktivist), Parissima Taheri-Maynard (Psychologin und Gründerin von Wir sind auch Wien), Mark Ulrich (Instrumentenbauer und Mwitas Schulfreund), Claudia Unterweger (ORF-Moderatorin), Persy-Lowis Bulayumi (Sozialpädagoge und Coach)
Verleiher: Filmladen Filmverleih GmbH

Inhalt: Dieser Dokumentarfilm handelt von dem schwarzen Salzburger Kunstschaffenden und Sänger der Indie-Rockband "At Pavillon" Mwita Mataro, der das Projekt auch initiiert hat und als Co-Regisseur fungiert. Es geht um sein Aufwachsen und Leben als schwarzer Österreicher, um persönliche und nationale Identitäten, um Vorurteile, Rassismus u.s.w. Neben dem Protagonisten kommen Politiker/innen, Psycholog/innen, Aktivist/innen, Künstler/innen u. a. zu Wort.

Alterskennzeichnung: Mwita Mataro schildert seine persönlichen Erfahrungen, Befindlichkeiten, es geht ihm merkbar nicht gut. Die spielerischen Szenen mit den Kindern lockern etwas auf, ansonsten gibt es wenig Entlastendes.
Es wird erzählt, wie der nigerianische Asylwerber Marcus Omofuma 1999 im Verlauf der Abschiebung im Flugzeug ums Leben gekommen ist. Ernste Themen stehen im Zentrum, Rassismuserfahrungen, Diskriminierung auf verschiedenen Ebenen, Angst, Trauma, Krankheit, Identitätssuche – allerdings nur auf verbaler Ebene.
Eine Animationssequenz gegen Ende hin könnte visuell zu intensiv für die Allerjüngsten sein.
(Anm.: Die Erzählstruktur könnte ein ganz junges Publikum vom Verständnis her etwas überfordern.)
Es wird eine Freigabe ab 6 Jahren empfohlen.

Positivkennzeichnung: Ein wichtiges und komplexes Thema wird hier behandelt. Es geht um Vorurteile, mit denen farbige Menschen konfrontiert sind, Ausgrenzung aufgrund der Hautfarbe, Alltagsrassismus. Wohingegen die Interviewten durchwegs im privaten Bereich keine schlechten Erfahrungen gemacht haben. Außerdem spielt das Zerrissensein zwischen zwei Kulturen, zwei Ländern, Kontinenten eine Rolle. Die Suche nach Identität und die Definition eines Heimatbegriffs wird beschrieben, so gilt Mwita Mataro in Tansania und Österreich gleichermaßen als "anders". Jede Menge Diskussionsstoff ergibt sich.
Der Anspruch des Filmteams, "weiße Menschen zu sensibilisieren und schwarze Menschen zu empowern", ist hier definitiv gelungen, aus Sicht der Kommission.
Hervorhebung: sehr empfehlenswert ab 10 Jahren als rassismuskritischer Dokumentarfilm.

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