Titel: AmrumOriginaltitel: AmrumFilmtyp: LangfilmHerstellungsjahr: 2025Herkunftsländer: DeutschlandLänge: 01:32:52 (hh:mm:ss)Sprachversion: deutschSprache Ton: Regie: Fatih AkinDarstellerInnen: Jasper Billerbeck (Nanning), Kian Köppke (Hermann), Laura Tonke (Hille Hagener), Diane Kruger (Tessa Bendixen), Matthias Schweighöfer (Onkel Theo), Detlev Buck (Sam Gangsters), Lisa Hagmeister (Ena), Hark Bohm, Steffen Wink (Wilhelm), Lars Jessen (Opa Arjan), Tony Can (Oskar) Verleiher: Warner Bros Pictures GmbHInhalt: Frühjahr 1945: Der zwölfjährige Nanning Hagener (Jasper Billerbeck) lebt mit seiner hochschwangeren Mutter Hille (Laura Tonke), seinem Bruder und einer Tante in einem Bauernhaus auf der norddeutschen Insel Amrum. Die Eltern sind beide überzeugte Nationalsozialisten. Die rassistischen Bücher seines abwesenden Vaters stehen prominent im Bücherschrank, seine Mutter glaubt felsenfest an den Führer und setzt alles daran ihre Söhne zu echten Männern zu machen. Kein leichtes Umfeld für den sensiblen Nanning. Vor der Bombardierung aus Hamburg geflohen, wird er von einigen Schulkameraden als Nicht-Amrumer verspottet und ausgeschlossen. Zum Glück steht sein Freund Hermann, der aus einer Familie von Naziskeptikern kommt, zu ihm. Dass die beiden nach der Schule gemeinsam auf dem Kartoffelacker von Hermanns Mutter Tessa Bendixen (Diane Krüger) arbeiten, vertieft ihre Freundschaft. Und mit der Butter und Milch, die Nanning als Lohn erhält, trägt er dazu bei die prekäre Ernährungssituation der Familie ein wenig zu lindern.Hunger und Not bestimmen den Alltag der Amrumer/innen und die meisten sehnen das Ende des Kriegs herbei. Als Hille Wehen bekommt, wird zeitgleich im Volksempfänger Hitlers Tod verkündet. Das stürzt die frischgebackene Mutter in einer tiefe Depression. Sie kommt kaum aus dem Bett und weigert sich zu essen, wenn sie nicht Weißbrot mit Butter und Honig bekommt. Nanning setzt daraufhin wirklich alles daran ihr diesen Wunsch zu erfüllen und bringt sich dadurch nicht nur in Schwierigkeiten, sondern am Ende gar in Lebensgefahr … Alterskennzeichnung: Fatih Akin erzählt die Geschichte aus der Kindheit seines Mentors und Förderers Hark Bohm konsequent aus der Perspektive seines 12-jährigen Protagonisten. Dadurch gelingt es ihm simple gut-böse Zuordnungen zu vermeiden. Seine Protagonisten sind alle komplexe Persönlichkeiten mit Ecken und Kanten. Was auf Erwachsene wohltuend wirkt, erschwert Kindern die Zuordnung und wirkt in Kombination mit der bedrückenden Grundstimmung des Films desorientierend. Aus Persepktive des Jugendschutzes sind auch Szenen wie die, in der Nanning am Strand einen toten Soldaten findet, dem vermutlich Vögel die Augen weggepickt haben, das ausführlich gezeigte Töten, Häuten und Auswaiden eines Wildkaninchens und die Leiche des Onkels, der sich erschossen hat, verstörend. Dazu kommen die moralischen Dilemmata des 12-Jährigen, der sich zwischen der Liebe und Loyalität zu seinen Eltern und der Ahnung, dass vieles an ihrer Weltsicht problematisch ist, entscheiden muss. Die Kommission empfiehlt daher eine Freigabe ab 12 Jahren.Positivkennzeichnung: Die vielen Grautöne, in der Fatih Akin die Geschichte erzählt, sind eindeutig auch eine Stärke des Films. Zudem bemüht er sich, ohne dass der Film deshalb bemüht wirkt, Anknüpfungspunkte an die Gegenwart zu schaffen. Etwa mit einer Szene ganz zu Beginn, in der Aussiedler aus Polen auf Amrum ankommen und von den Bewohnern misstrauisch als unerwünschte Flüchtlinge betrachtet werden. In dieser Szene steht Nanning noch auf der Seite der Amrumer, wenig später trifft es ihn jedoch selbst. Er wird als unzugehörig identifiziert und aus der Klassengemeinschaft ausgeschlossen. Als positiv wurde auch der Zusammenhalt innerhalb der Familie gewertet. Dem Film wird daher ein „Empfehlenswert als Diskussionsfilm für Jugendliche ab 14 Jahren“ zuerkannt.
<< Zurück zu den Suchergebnissen