Titel: Verflucht normalOriginaltitel: I SwearFilmtyp: LangfilmHerstellungsjahr: 2025Herkunftsländer: GroßbritannienLänge: 02:01:00 (hh:mm:ss)Sprachversion: dt.synchr.Sprache Ton: Regie: Kirk Jones DarstellerInnen: Robert Aramayo (John Davidson), Peter Mullan (Tommy Trotter), Maxine Peake (Dottie Achenbach), Shirley Henderson (Heather Davidson), Scott Ellis Watson (John Davidson (1983)), Paul Donnelly (Billy Dean), Douglas Rankine (Colin Hargreaves), Adam McNamara (Inspector MacCullen), Chris Dixon (James), David Carlyle (Chris Achenbach), Steven Cree (David Davidson) Verleiher: Luna Filmverleih GmbHInhalt: Im Jahr 2019 wird John Davidson in Edinburgh von der Queen höchstpersönlich für seine Verdienste um die Aufklärung und Bekanntmachung des Tourette-Syndroms ausgezeichnet – nicht ohne dabei einen Anfall zu bekommen und ein „Fuck the Queen“ hinauszuschreien.In den 1980er-Jahren, als John in der schottischen Kleinstadt Galashiels aufwächst, gilt er als Torwart-Talent. Doch dann beginnt der 12-Jährige unter heftigen Nerven-Tics zu leiden und er verwendet völlig unkontrolliert die derbsten Kraftausdrücke. Mutter, Vater, Schuldirektor und Mitschüler/innen sind damit überfordert und reagieren mit Unverständnis bzw. verspotten ihn als „verrückt“ oder „behindert“. In Johns Umfeld ist das Tourette-Syndrom zu dieser Zeit nämlich noch nicht bekannt.Mit Mitte 20 lebt er noch immer bei seiner Mutter und leidet unter den Nebenwirkungen seiner starken Medikamente. Dottie, die Mutter seines Schulfreundes Murray, die als Pflegerin auf einer Psychiatrie gearbeitet hat, beginnt für John zu sorgen. Sie reagiert mit großer Geduld auf sein neurologisches Problem und nimmt ihn schließlich sogar in ihrer Familie auf. Sie kümmert sich auch darum, dass John sich als Assistent von Tommy bewirbt, dem Hausmeister des Bürgerzentrums. Nach und nach wird John trotz einiger Rückschläge selbständiger und gewinnt an Selbstvertrauen im Umgang mit seiner Krankheit. Schließlich hält er sogar Workshops für Betroffene, für die Polizei, für Schüler/innen und Spitalsbedienstete. Er sorgt dafür, dass sich etwas ändert im Umgang mit Menschen, die am Tourette-Syndrom leiden.Alterskennzeichnung: Für Kinder, die vermutlich nichts oder nur wenig über das Tourette-Syndrom wissen, stellt der große Leidensdruck, unter dem die Hauptfigur ganz offensichtlich steht, eine Überforderung dar. Im Alter von zwölf Jahren bleibt John, mit dem sich Kinder stark identifizieren würden, völlig unverstanden. Aufgrund seines (unfreiwilligen) Verhaltens wird er vom Schuldirektor mehrmals brutal mit einem Gurt auf die Schreibhand geprügelt und schließlich unternimmt er sogar einen Suizid-Versuch. Seine Ausbrüche, oft gegenüber Autoritätspersonen (Eltern, Schuldirektor, Polizei, Richter), sind manchmal erschreckend und immer deftig, was Kinder verstören könnte. Als Erwachsener wird John einmal brutal mit einer Brechstande verprügelt. Eine junge Frau, die sich bei einem von Johns Ausfällen angegriffen gefühlt hat, hatte einen Schlägertrupp damit beauftragt. Am Ende landet John schwer verletzt und sichtlich eingeschüchtert im Spital. Als entlastend bewertet wurde Johns positive Entwicklung bis hin zum Vermittler, der seinen Weg und seine Möglichkeiten im Umgang mit der Krankheit gefunden hat („freigegeben ab 12 Jahren“).Positivkennzeichnung: John Davidson, der durch BBC-Dokumentation („John’s not Mad“, „The Boy Can’t Help it“ 2002 und „Tourettes: I Swear I Can’t Help it“ 2009) bekannt wurde, ist im Vereinigten Königreich bis heute einer der berühmtesten Botschafter für die Tourette-Aufklärungsarbeit. Der nun vorliegende Spielfilm ist aber nicht nur aufklärend, sondern auch sehr berührend und trotz seines ernsten Themas auch witzig. Sowohl der junge als auch der ältere John-Darsteller machen ihre Sache großartig, sie wirken jederzeit glaubwürdig und sympathisch und sie schaffen es spielend, beim Publikum Verständnis und Empathie zu wecken. Hinter den verbalen Ausfällen kommt ein sensibler, freundlicher Jugendlicher bzw. Mann zum Vorschein, dessen Schicksal Tragisches und (typisch britisch) Humorvolles verbindet. Im direkten Vergleich interessant zu sehen ist, wie die Figuren in Johns Umfeld auf ihn bzw. auf seine Krankheit reagieren. Während etwa seine leiblichen Eltern – durchaus verständlich – überfordert reagieren, agieren seine Zieheltern sowie der Hausmeister mit viel Einfühlungsvermögen. Sie lassen sich nicht abschrecken, verurteilen ihn nicht und geben ihm die Sicherheit bzw. die Chancen, die er braucht. Es ist zu hoffen, dass sich ein möglichst großes Publikum von diesem Film bzw. von John Davidsons Schicksal inspirieren lässt und Vorurteile (hinsichtlich neurologischer Erkrankungen, aber nicht nur) über Bord wirft („sehr empfehlenswert als biografischer Film ab 12 Jahren“).
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